Das LWS-Syndrom behandeln: Was hilft wirklich?

Um das LWS-Syndrom behandeln zu können, ist besonders eine ärztliche Beratung notwendig. Ein Lendenwirbelsyndrom wird nicht als eigenständiges Krankheitsbild angesehen, denn es vereint in sich mehrere Beschwerden und Erkrankungen. Diese betreffen den Rücken und die Lendenwirbel. Beim LWS-Syndrom wird der akute und der chronische Zustand beschrieben.

 

Was beschreibt das LWS-Syndrom?

Im chronischen Verlauf bleiben die Symptome anhaltend und dauerhaft erhalten. Erfahrungsgemäß kann bei Nichtbehandlung und bei fehlender Vorbeugung der akute Hexenschuss in den chronischen über gehen, obwohl es unterschiedliche Ursachen gibt.
 
Das LWS-Syndrom, der Hexenschuss oder das Lendenwirbelsyndrom basiert auf einem Komplex von Symptomen, welche einfachen Körperbewegungen zuzuschreiben sind. Vor allen Dingen ein akutes Lendenwirbel-Syndrom kann die alltägliche Lebensqualität stark einschränken.
 
Die bei der Diagnostik deutlich werdenden Verkrampfungen, Verspannungen und Blockaden eines bestimmten Wirbelgelenks in der Lendenwirbelsäule entstehen fast ausschließlich durch eine Überbelastung oder durch eine falsche Belastung der Lendenwirbelsäule. Eine Blockade eines einzelnen Lendenwirbels bewirkt ein Verschieben des Wirbels und einen Druck auf den in der Nähe befindlichen Nerv. Infolge dessen können sich die Schmerzen bis in die Beine hinein ausdehnen.

 

LWS Syndrom Therapie

Die praxisbezogenen Behandlungsmethoden des LWS-Syndroms

Bei der Behandlung eines LWS-Syndroms muss immer in mehrere Richtungen geschaut werden, weil sich das Syndrom aus verschiedenen Symptomen zusammensetzt. Im Rahmen der therapeutischen Maßnahmen bei einem akut oder abrupt auftretenden Hexenschuss sind Schonung und Ruhe zunächst hilfreich. Die Pause sollte sich über etwa einen bis drei Tage hinziehen. Danach ist es wichtig, sich wieder langsam mit alltäglichen Bewegungen zu aktivieren. Dabei können die Schmerzen noch weiter anhalten. Das dauert in der Regel ungefähr vier bis sechs Tage.
 
Um aus dem Schmerzkreislauf auszubrechen, ist selbstständige Bewegung ein unbedingtes Muss. Eine Bewegungsbehandlung zieht eine Lockerung der Wirbelblockade nach sich. Dann kann der Wirbel wieder an seinen üblichen Platz zurück rücken. Osteopathen oder Chiropraktiker sowie Orthopäden sind gleichfalls in der Lage, mit geschulten Händen eine Blockade in der Lendenwirbelsäule wieder aufzuheben.
 
Bei Drehungen oder beim Beugen des Rückens sind die Schmerzen oftmals noch etwas heftiger. Viele Patienten leiden zusätzlich unter Missempfindungen wie einem Kribbeln oder einer Taubheit in den Beinen. Lähmungen und Störungen der Blasen- und Darmentleerung sind ein Grund, um den Arzt zu konsultieren.

 

Orthopädische und physiotherapeutische Maßnahmen

Der Orthopäde wird wiederum ein Schonen anraten. Die Schmerzen lassen beim Liegen oder oder beim langsamen Schreiten etwas nach. Werden die Beine in Rückenlage im rechten Winkel erhöht gelagert, dann kommt es zu einer spürbaren Rückenentlastung, die auch den Schmerz nimmt.
Ein Nachlassen der Schmerzen wird ebenso durch das Auflegen von Wärmekissen erzielt. Wohltuende, angenehme Wärme entspannt und entkrampft die Muskulatur. Auch Salbenanwendungen mit Wärmeentwicklung oder warme Bäder sind empfehlenswert.
 
Diese Behandlungen können durch gezielte medizinische Methoden wie ein Einrenken des blockierten Wirbels oder durch physiotherapeutische Eingriffe ergänzt werden. In der Physiotherapie oder innerhalb der Krankengymnastik werden außerdem gezielte Übungen durchgeführt, die die Rückenmuskeln kräftigen. Weitere Behandlungen beinhalten bestimmte Massagetechniken, die eher passiver Natur sind, sowie eine Akupunktur oder Akupressur.

 

Welche Medikamente können helfen?

Bei der medikamentösen Therapie geht es hauptsächlichen um die Stillung der Schmerzen und um eine Muskelentspannung. Für diesen Zweck verschreiben die Fachärzte Muskelrelaxantien. Diese oral einzunehmenden Arzneimittel können bei extremen Schmerzen durch eine Spritze mit Schmerzmitteln erweitert werden. Die enthaltenen Wirkstoffe sind gleichzeitig entzündungshemmend. Viele Patienten nutzen die Gelegenheit und erlernen nach Abklingen der Beschwerden Therapien zur Muskelentspannung wie Yoga oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.
 
Ist das LWS-Syndrom auf eine Verschleißerscheinung der Bandscheiben zurückzuführen, dann wird ein Stufenbett als zweckdienlich erachtet. Gegen das chronische Wirbelsäulensyndrom an der Lendenwirbelsäule wird heute unter Umständen schon medizinisches Cannabis, Tramadol oder Morphin eingesetzt. In seltenen Fällen, in denen eine Kausalität zwischen Psyche und anhaltenden Schmerzen durch ein Lendenwirbelsyndrom nachgewiesen wurde, können Antidepressiva verordnet werden.

Fazit: Die Beschwerden bei einem LWS-Syndrom lassen sich teilweise als sehr diffus und unspezifisch beschreiben, was ausschlaggebend für die Wahl der Therapie ist. Im Akutfall ist natürlich erst einmal eine „Notfall-Schmerzbehandlung“ unerlässlich. Im Weiteren Verlauf muss erst differenziert werden, ob es sich um die akute oder die chronische Lendenwirbelblockade handelt.

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