Eine häufige Krankheitserscheinung: Ischiasnerv und Schmerzen

 

Ischiasnerv und Schmerzen
Ischias und starke Schmerzen im Bein

Treten im Zusammenhang mit dem Ischias auch Schmerzen vor allem im Bein auf, dann werden diese den Nervenschmerzen oder Neuralgien zugeordnet. Der besonders lange und breite Ischiasnerv und die damit verbundenen Schmerzen beschäftigen leider zunehmend immer mehr Menschen. In der Medizin wird diese krankhafte Erscheinung als Ischialgie definiert.

 

Wie entstehen Ischiasschmerzen?

Die Ursachen für die Schmerzen am Ischiasnerv lassen sich überwiegend auf Veränderungen an den letzten beiden Bandscheiben zwischen dem vierten und dem fünften Wirbelknochen und dem ersten Wirbel des Kreuzbeins. In dieser empfindlichen Region der Wirbelsäule ist der Ischiasnerv eingebettet.
 
Die Schmerzen werden durch einen Druck auf den Ischiasnerv ausgelöst. Dieser Nerv ist ein sehr dicker und langer Nerv (Nervus ischiadicus), der durch die mechanische Beeinträchtigung der Bandscheiben eingeengt wird. Die Bandscheiben zeigen dabei eine Vorwölbung, die durch eine Verschiebung erzeugt wird. Durch das teilweise Heraustreten der gallertigen Bandscheibenkerne aus ihrem normalen Platz zwischen den Wirbeln bedrängen diese den Ischiasnerv. Dieser Vorgang heißt medizinisch richtig Protrusion. Vor diesem Prozess steht eine manifestierte Verspannung der Muskulatur, die die Lendenwirbel umgibt oder eine Blockade der Wirbel.


Ischisschmerzen

Ein Nerv der starke akute Schmerzen bereitet

Eine Ischialgie ist durch massive Schmerzen charakterisiert. Sie sind Ausdruck des Platzmangels, durch den der Ischiasnerv eingequetscht wird. Der Ischias innerviert ausgehend vom vierten Lenden- und vom zweiten Kreuzbeinwirbel das Gesäß, den Oberschenkel, den Unterschenkel und den Fuß.
 
Die Schädigung des Nerves durch das Einklemmen kann entweder an desse Wurzel oder am Hauptast geschehen. Je nachdem, wo sich dieser Prozess vollzieht, sprechen die Mediziner von einer Lumboischialgie. Diese liegt vor, wenn die Schmerzen bis in die Beine hinein fühlbar werden.
 
Eine Ischialgie ist überwiegend akut, weil die Schmerzen plötzlich und mit großer Intensität auftreten. Klassisch ist ein in die Beine ausstrahlender Schmerz, der eine weitere Bewegung nicht mehr erlaubt. Äußerlich zeigt sich das bei den Betroffenen an einer typischen Schonhaltung mit einem seitlich gebeugten Oberkörper. Das aufrechte Stehen, das Drehen des Körpers und das Bücken sind unmöglich oder äußerst schmerzhaft. Manchmal kommt ein Nachziehend es schmerzenden Beins hinzu. Taubheit, Kribbeln, Hitze- oder Kältewahrnehmungen in den Beinen und Probleme mit dem Urinieren und der Darmentleerung kommen hinzu. Derartige Störungen können eine Inkontinenz bedingen.


Die angewandten Behandlungsmöglichkeiten

Hinsichtlich der Behandlung einer Ischialgie ergeben sich mehrere Möglichkeiten, die vom Grad der Erkrankung abhängig sind. Die Fachärzte beginnen zuerst mit der Linderung der Schmerzen durch das lokale Einspritzen eines entzündungshemmenden, anästhesierenden und muskelentspannenden Medikaments. Weiterhin, bis zum Abklingen der Schmerzen, können bewährte Arzneistoffe ohne Opioide oder starke und schwache Schmerzmittel auf der Basis der Opioide sowie Kombinationspräparate verordnet werden. Zur Behebung der Schmerzen tragen außerdem Wärmebehandlungen und ganz nach Befinden des Patienten eine vorübergehende Bettruhe bei. Da bei der Ischialgie nur ein Bein betroffen ist, genügt es, dieses in Hochlagerung in einer Art Stufe zu halten und den Rücken flach zu positionieren. Unter den Rücken, speziell in die Region der Lendenwirbel kann ein Wärmekissen untergelegt werden.


Was ist besonders wirksam gegen Ischiasprobleme?

Wirksam sind gezielt ausgeführte Massagen und physiotherapeutische Anwendungen mit Krankengymnastik sowie die Akupressur oder die Akupunktur. Diese zielen auf ein Lösen der Blockaden, auf eine Entspannung der Muskulatur und auf eine Stärkung der Rückenmuskeln ab.
 
In hartnäckigen Fällen, bei denen eine Ischialgie nicht mit herkömmlichen medizinischen Mitteln therapierbar ist, kann eine Operation helfen. Diese ist auch dann indiziert, wenn Menschen immer wieder von dieser Erkrankung betroffen sind. Haben die Ärzte einen schweren Vorfall oder eine irreversible Vorwölbung der Bandscheibe diagnostiziert, kann diese mit einem operativen Eingriff behoben werden. Eine solche Alternative bietet sich gleichfalls an, wenn Blase und Darm durch eine Lähmung nicht mehr entleert werden kann. Bei einer Nukleotomie entnehmen die Operateure den aus der Bandscheibe heraus ragenden Kern.

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