Die sonderhafte Anatomie des Handgelenks im Detail

 

Anatomie des Handgelenks
Wie entstehen Schmerzen im Handgelenk?

Die Hände sind durch einen extrem komplexen Aufbau gekennzeichnet. Ihre komplizierte Struktur erlaubt einen mannigfaltigen Einsatz. Aufgrund ihrer erstaunlichen Anatomie sind die Hände auch sehr empfindlich und können bei Belastungen schnell verschleißen und Erkrankungen entwickeln. Diese liegt meist im Bereich des Skelett- und Muskelsystems und äußern sich vielfach in Schmerzen und motorischen Einschränkungen.

 

Der Aufbau des Handgelenks

Anatomisch gesehen, basiert das Handgelenk oder das Radiocarpalgelenk, die bewegliche Verbindung zwischen Hand und Unterarm, auf insgesamt zwei Hauptbereiche. Diese Teilgelenke heißen Handwurzelknochen, Dreiecksbein oder Handwurzel, sowie Speiche und Elle. Nicht zu vergessen ist die zwischen Elle und Seiche eingelagerte Zwischengelenkscheibe. Die Elle sowie weitere Gelenke sind nicht direkte Bestandteile des Handgelenks. Dazu gehören unter Anderem das Mond-, Kahn-, Erbsen- und Dreiecksbein.
 
Kommt es zu einer Gewalteinwirkung von außen, beispielsweise zu einem Sturz, dann bricht beim Abstützen fast immer nur die Speiche, weil diese mit dem Handgelenk eine Einheit ist. Um eine genaue, für die medizinische Diagnostik und Therapie brauchbare Unterteilung vorzunehmen, wurde das Handgelenk folgendermaßen unterteilt: das proximale und das distale Handwurzelgelenk.

 

Das proximale Handgelenk und die Motorik

Das proximale Handgelenk ist zwischen den Handwurzelknochen und der Speiche eingeschlossen. Das distal liegende Handgelenk befindet sich zwischen den Handwurzelknochen, die insgesamt eine doppelte Reihe bilden. Die restlichen Handwurzelgelenke gehören anatomisch betrachtet, gleichfalls zum Handgelenk. Das sind straffe Gelenke, die allein unbeweglich sind. Sie verleihen dem Handgelenk zusammen mit den anderen Komponenten dennoch motorischen Fähigkeiten.
 
Das proximale, elliptisch geformte Handgelenk, das näher der Körpermitte zu finden ist, besteht aus den Gelenkflächen der Speiche und der Elle sowie aus den Handwurzelknochen Kahnbein, Mondbein und Dreiecksbein. Hierbei handelt es sich um ein schmales, schlaffes Gelenk, dessen Gelenkkapsel durch die Bänder eine Verstärkung erhält. Diese Bänder lassen sich auf dem Handrücken tasten. Das sind die seitlichen Bänder, die sich zwischen der Speiche und der Elle hin ziehen. Darüber hinaus existieren zwei weitere Festigungsbänder, die innerhalb des Handwurzelknochens und der Speiche. Sie sorgen für die Stabilität des Handgelenks.

 

Wozu dient das distale Handgelenk?

Das distale Handgelenk, welches für die Streckung der Hand verantwortlich ist, zeigt von der Körpermitte weg. Die Fundamente des distalen Handgelenks sind zwei Reihen der Handwurzelknochen. Zwischen diesen liegt ein s-förmiger Spalt. Wie das proximale Handgelenk, so verfügt auch das distale Handgelenk über eine Gelenkkapsel. Im Unterschied zum proximalen Handgelenk ist diese an den Innenseiten der Hand gespannt und auf dem Handrücken schlaff.
 
Im Vergleich zum proximalen Handgelenk zeigt das distale Handgelenk eine verzahnte Form, ähnlich eines Scharniers. Daraus resultiert eine enorm begrenze Beweglichkeit, die durch seine gebogene Gestalt, die Gelenkkapsel und die Bänder hervorgerufen wird. Erst durch die Kombination mit dem proximalen Handgelenk kann das distale Handgelenk die volle Funktionstüchtigkeit der Hand gewährleisten.
In den Handwurzelknochen befinden sich zahlreiche kleine Gelenke, die als Articulationes intercarpales bezeichnet werden. Für deren Zusammenhalt und deren straffe Befestigung sorgen viele Bänder. Hervorzuheben sind die sehr strammen Bänder der distalen Reihe. Diese liegt körperfern.
 
Gemeinsam mit den distalen Handwurzelknochen stellen die proximalen oder dem Körper zugewandten Fingerknochen die sogenannten versteiften Gelenke dar. Stabile Bänder umgeben diese Gelenke von der Handfläche und vom Handrücken aus. Der Aufbau des Daumengrundgelenks oder Articulationes carpometacarpales weicht von dieser Morphologie ab. Aus diesem Grund hat es einen deutlich breiteren Beweglichkeitsspielraum als die anderen Finger.

 

Daumengelenk Anatomie

Die große Bedeutsamkeit des Daumens

Dieses Gelenk besteht aus dem Daumensattelgelenk, das mit dem Vieleckbein und dem Mittelhandknochen eine Einheit bildet. Diese drei Sattelgelenke verleihen dem Daumen seine Beweglichkeit in drei Richtungen: das Abspreizen, das Gegenüberstellen mit den Fingern, das Beugen und das Strecken.
 
Bezüglich des Karpaltunnelsyndroms soll an dieser Stelle auf das Karpalband hingewiesen werden. Es liegt über dem Handwurzelknochen und entspringt am Hakenbein, über das Erbsenbein und endet am Kahnbein und Vieleckbeinhöcker. Daraus entsteht eine eigenwillige Morphologie, die einen Kanal aus Bindegewebe darstellt. Dies ist der Karpaltunnel, in dessen Zentrum der Nervus medianus verläuft.

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